Was der Erlkönig bisher empfohlen hat...

 

Robert Galbraith: Weisser Tod

 Blanvalet Verlag, 864 Seiten, €24,70

Ein verstörter junger Mann bittet den privaten Ermittler Cormoran Strike um Hilfe bei der Aufklärung eines Verbrechens, das er - so glaubt er - als Kind mit angesehen hat. Strike ist beunruhigt: Billy hat offensichtlich psychische Probleme und kann sich nur an wenig im Detail erinnern, doch er wirkt aufrichtig. Bevor Strike ihn allerdings ausführlich befragen kann, ergreift der Mann panisch die Flucht. Um Billys Geschichte auf den Grund zu gehen, folgen Strike und Robin Ellacott - einst seine Assistentin, jetzt seine Geschäftspartnerin - einer verschlungenen Spur, die sie durch die zwielichtigen Ecken Londons, in die oberen Kreise des Parlaments und zu einem prachtvollen, doch düsteren Herrenhaus auf dem Land führt. Zugleich verläuft auch Strikes eigenes Leben alles andere als gradlinig: Er hat es als Ermittler zu Berühmtheit gebracht und kann sich nicht länger unauffällig hinter den Kulissen bewegen. Noch dazu ist das Verhältnis zu seiner früheren Assistentin schwieriger denn je - zwar ist Robin für ihn geschäftlich mittlerweile unersetzlich, ihre private Beziehung ist jedoch viel komplizierter ...

 

 

 Katharina Adler: Ida

 Rowohlt Verlag, 510 Seiten, €25,70

Die Urenkelin schreibt eine Romanbiografie über das bewegte Leben
ihrer Urgroßmutter in einem Jahrhundert voller Umbrüche und
Schwierigkeiten. Kann das gut gehen? Ja, kann es - und zwar echt gut!
  Katharina Adler begibt sich auf die Suche nach dem Leben von Ida
Adler, beschreibt in vielen Rückblenden ihren Werdegang von der
Kindheit in einem jüdischen herrschafltichen Haushalt in Wien am Ende
des 19. Jahrhunderts über die Schwierigkeiten, durch den ersten
Weltkrieg zu kommen, die Not und den Hunger danach, und über die
unvorstellbaren Probleme und Verwerfungen, die der zweite Weltkrieg in
ihrem Leben auslöst. Die Flucht nach Amerika gelingt, allerdings kommt
eine verbitterte, schwierige Frau an, die viel von ihrer Leichtigkeit
eingebüßt hat.

Der Roman ist auch ein Versuch, die Vorfahrin zu
verstehen, ihr gerecht zu werden. Das Buch ist mehr als eine bloße Biografie Idas, es lässt sich auch als Emazipationsgeschichte lesen, als Geschichte über den Mut einer
Frau in einer Zeit, in der Frauen wenig zu sagen haben, sich gegen die
männliche Übermacht von Vater und Dr. Freud durchzusetzen und einfach
die Therapie beim Seelendoktor abzubrechen, weil ihr die stark sexuell
konnotierten Interpretationen ihrer Leiden ordentlich auf die Nerven
gehen. Auch ihr geliebter Bruder Otto Bauer ist eine zentrale Figur, und
man erfährt so einiges über die Entwicklung der Sozialdemokratie.


Ida ist ein packendes Buch, tiefgehend, ohne rührselig zu sein,
spannend und perfekt geeignet, sich für einige Zeit zum Lesen
zurückzuziehen - erstklassige gehobene Strandlektüre!

(Wir bedanken uns für diese Rezension bei Ulrike Pailer)

 

Giorgio Scerbanenco: Das Mädchen aus Mailand - Die Verratenen

Eine echte Enteckung! Die Krimis von Scerbanenco, dem "Vater des italienischen Krimonalromans", in neuer Übersetzung. Hart, realistisch, mit einem klaren Blick auf die gesellschaftllichen Verhältnisse - einfach sehr, sehr gut!

Folio Verlag, je € 18,-

 

 

     Heinrich Steinfest: Die Büglerin

Tonia Schreiber ist Büglerin. Mit der Hand bügelt sie die Wäsche ihrer vermögenden Heidelberger Kunden. Die Arbeit erledigt sie mit Sorgfalt und Präzision, obgleich sie schlecht bezahlt wird. Denn das Bügeln ist ihre Form der Buße. Sie büßt für eine Tat, die ihr Leben unwiderruflich verändert hat. Ein Leben, das unter den besten Vorzeichen stand: Als Tochter renommierter Botaniker verbrachte sie ihre Kindheit auf einer Segeljacht. Später lebte sie in Wien in der elterlichen, mit Aquarien ausgestatteten Villa und zog gemeinsam mit ihrer Halbschwester ihre Nichte Emilie auf. Bis Emilie auf tragische Weise starb. Und Tonia alles aufgab, ihre Freunde, ihren Reichtum, die Wissenschaft. Sie verließ ihre Heimatstadt Wien und begann zu bügeln. Doch das Leben ist noch nicht ganz fertig mit ihr. Denn der Zufall spielt ihr etwas in die Hände, das Emilies Tod in ein anderes Licht rückt.

ISBN 978-3-492-05663-2
€ 20,60

 

 

 Ferdinand von Schirach: Strafe

Kurze Geschichten aus der Welt eines Strafverteidigers. Tilman gefällt besonders die menschlich warme, mitfühlende Art wie Schirach die Delinquenten beschreibt, ohne sie bloszustellen.
Luchterhand Literaturverlag
ISBN 978-3-630-87538-5
€ 18,50

 

 

 

 

 

 Berhard Schlink: Olga

Die Geschichte der Liebe zwischen einer Frau, die gegen die Vorurteile ihrer Zeit kämpft, und einem Mann, der sich mit afrikanischen und arktischen Eskapaden an die Träume seiner Zeit von Größe und Macht verliert. Erst im Scheitern wird er mit der Realität konfrontiert - wie viele seines Volks und seiner Zeit. Die Frau bleibt ihm ihr Leben lang verbunden, in Gedanken, Briefen und einem großen Aufbegehren.

320 Seiten
Diogenes 2018
ISBN 978-3-257-07015-6
€ 24,70

 

 

 

 Lenz Koppelstätter: Nachts am Brenner

 Im Schatten der Südtiroler Alpen ermittelt Commissario Grauner in seinem persönlichsten Fall.

Am sagenumwobenen Brennerpass, inmitten der Alpenidylle zwischen Südtirol und Österreich, müssen Commissario Grauner und sein neapolitanischer Kollege Saltapepe einen grausamen Mord aufklären. Ein alter Mann wurde an ein Pferd gebunden zu Tode geschleift. Er lebte zurückgezogen, spielte manchmal mit seinen schweigsamen Freunden aus Jugendtagen eine Partie Karten. Als diese befragt werden sollen, verschwindet einer von ihnen spurlos. Die Ermittlungen führen den Commissario bis in die dunkelsten Abschnitte der Südtiroler Geschichte. Und ein alter Koffer birgt Hinweise darauf, dass der Fall mit der tödlichen Tragödie auf dem Hof von Grauners Eltern zusammenhängen könnte. Für die er auch heute, nach so vielen Jahren, keine Erklärung hat. Am Brenner, dort, wo einst Staatsmänner, Schriftsteller, Händler und Weltenbummler Station machten, ist die Ruhe der Nacht trügerisch.

KiWi Taschenbuch, 320 Seiten, € 10,30

 

 

   Sten Nadolny: Das Glück des Zauberers

"Allem Zauber wohnt ein Anfang inne": So formulierte es sein Berliner Lehrmeister Schlosseck gern - und die Anfänge des Zauberers Pahroc reichen zurück in die Jahre vor dem ersten Weltkrieg. Schon bald kann Pahroc durch die Lüfte spazieren, später lernt er durch Wände zu gehen und für Sekunden aus Stahl zu sein, was ihm dabei hilft, auch den nächsten Krieg zu überleben. Als es ihm gelingt, Geld herbeizuzaubern, kann er endlich auch seine wachsende Familie ernähren. Pahroc gehört bald zu den Großen seines heimlichen Fachs, getarnt hinter Berufen wie Radiotechniker, Erfinder und Psychotherapeut. Im Alter von über 106 Jahren gilt seine größte Sorge der Weitergabe seiner Kunst an seine Enkelin Mathilda - und so schreibt er sein Leben für sie auf. Es ist die lebenskluge, unerhörte Geschichte eines Mannes und seiner sehr eigenen Art des Widerstands gegen die Entzauberung der Welt.

Piper Verlag 2017
Gebunden, 320 Seiten
ISBN-13: 978-3-492-05835-3
 
 

...dieses Mal literarische, künstlerische und historische Miniaturen.

Nicolas Bouvier: Fundstücke eines Bilderjägers

Seit seiner Kindheit war Nicolas Bouvier von Bildern fasziniert, seien es Illustrationen, Sammelbilder oder Landkarten. Später schulte sein Malerfreund Thierry Vernet, mit dem er im Fiat Topolino bis nach Afghanistan fuhr, seine visuelle Beobachtungsgabe. Auf dem letzten Abschnitt seiner großen Reise, in Japan, wurde Nicolas Bouvier zum Fotografen, und damit war der Grundstein gelegt für eine Leidenschaft, die ihn jahrzehntelang fesseln sollte: die eines Bilderjägers, immer auf der Suche - in Regionalmuseen, Nationalbibliotheken und auf all seinen Reisen. Die Volkskunst schlug ihn dabei besonders in ihren Bann.

Seine Passion mündete schließlich in eine Zusammenarbeit mit dem Genfer Magazin "Le Temps stratégique", für das er von 1992 bis 1997 als Ikonograph arbeitete. Zudem nahm er in seiner eigenen Rubrik "L'image de ..." Illustrationen aus seiner umfassenden Sammlung als Aufhänger für eine Geschichte. Diese Texte samt den zugehörigen Abbildungen versammelt der vorliegende Band. Mit ihnen gelingt es Nicolas Bouvier, sowohl unseren Blick zu schärfen als auch kulturhistorisches Wissen zu vermitteln und uns zu verzaubern.

Verlag: Lenos (2017)
Gebunden, 150 Seiten
mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen
ISBN-13: 978-3-85787-477-2
 

Julie von Kessel
Altenstein
Roman

Die reiche Adelige Agnes von Kolberg muss im Krieg aus Ostpreußen fliehen, um ihre zahlreichen Kinder zu retten. Zurück bleiben ihr Gutshof und ihr Besitz, nicht aber ihr Stolz. Zwar hängt sie mit teilweise zärtlicher Hingabe an ihren Babys, besonders am jüngsten, Konrad, was sie aber nicht von harten Erziehungsmethoden und dem Delegieren der Verantwortung an eine strenge Kinderfrau abhält. Die Geschwister wachsen in der neu entstehenden BRD auf, müssen mit Armut und Ausgrenzung zurechtkommen und bringen es schließlich zu einigem Wohlstand. Dieser erlaubt es Konrad, den Grund im Osten wieder zurückzukaufen. Damit verbunden sind Hoffnungen auf einen neuen Zusammenhalt unter den Geschwistern, auf das Anknüpfen an den Status des alten Adels, auf Bedeutsamkeit, jedoch kommt alles anders und das recht tragisch. Julie von Kessel schreibt mit vielen Rückblenden auf mehreren Zeitebenen, sodass sich die Geschichte langsam entfaltet und immer spannend bleibt. Eine ausdrückliche Empfehlung für LiebhaberInnen schöner Familiengeschichten mit Vergangenheitsbezug.
(Wir bedanken uns herzlich bei Ulrike Pailer für die Rezension.)

Kindler Verlag, Gebunden, 432 Seiten
€20.60

 

 

Hier wird nichts neu erfunden, aber alles richtig gemacht!

Andrea Carter
Die kalten Wasser von Donegal
Kriminalroman

An der Küste Donegals führt die junge Notarin Ben O'Keeffe ein zurückgezogenes Leben. Bis sie den Verkauf der alten Kirche abwickeln soll und dort auf ein Skelett stößt. Handelt es sich bei dem Toten um den ortsansässigen Conor Devitt, der vor sechs Jahren an seinem Hochzeitstag spurlos verschwand? Conors Bruder will Ben gegenüber sein Gewissen erleichtern - und rast kurz nach dem Treffen mit seinem Auto in den Tod. Gemeinsam mit Sergeant Tom Molloy versucht Ben, den rätselhaften Mordfall aufzuklären. Doch die Küstenbewohner bilden eine Mauer des Schweigens ...

Goldmann Taschenbuch, 410 Seiten
€ 10,30

 

 

Natascha Wodin
Sie kam aus Mariupol
Roman

"Wenn du gesehen hättest, was ich gesehen habe" - Natascha Wodins Mutter sagte diesen Satz immer wieder und nahm doch, was sie meinte, mit ins Grab. Da war die Tochter zehn und wusste nicht viel mehr, als dass sie zu einer Art Menschenunrat gehörte, zu irgendeinem Kehricht, der vom Krieg übriggeblieben war. Wieso lebten sie in einem der Lager für "Displaced Persons", woher kam die Mutter, und was hatte sie erlebt? Erst Jahrzehnte später öffnet sich die Blackbox ihrer Herkunft, erst ein bisschen, dann immer mehr.
"Sie kam aus Mariupol" ist das außergewöhnliche Buch einer Spurensuche. Natascha Wodin geht dem Leben ihrer ukrainischen Mutter nach, die aus der Hafenstadt Mariupol stammte und mit ihrem Mann 1943 als "Ostarbeiterin" nach Deutschland verschleppt wurde. Sie erzählt beklemmend, ja bestürzend intensiv vom Anhängsel des Holocaust, einer Fußnote der Geschichte: der Zwangsarbeit im Dritten Reich. Ihre Mutter, die als junges Mädchen den Untergang ihrer Adelsfamilie im stalinistischen Terror miterlebte, bevor sie mit ungewissem Ziel ein deutsches Schiff bestieg, tritt wie durch ein spätes Wunder aus der Anonymität heraus, bekommt ein Gesicht, das unvergesslich ist. "Meine arme, kleine, verrückt gewordene Mutter", kann Natascha Wodin nun zärtlich sagen, und auch für uns Leser wird begreifbar, was verlorenging. Dass es dieses bewegende, dunkel-leuchtende Zeugnis eines Schicksals gibt, das für Millionen anderer steht, ist ein literarisches Ereignis.

Rowohlt Verlag, 2. Aufl. (2017)
Gebunden, 368 Seiten

 

Das Leben wartet nicht
 von Marco Balzano
  Roman

Das Buch beginnt mit der unmittelbar bevorstehenden Entlassung Ninettos aus dem Gefängnis. Das Besondere an diesem Buch ist die Fähigkeit Balzanos, den Protagonisten trotz seines Verbrechens sympatisch darzustellen, Verständnis zu wecken für jene, denen das Leben schon sehr früh übel mitgespielt hat. In der schwierigen Zeit nach der Haftentlassung findet Ninetto endlich den Mut, seine Lebensgeschichte für sich aufzurollen, sie erstmals als Ganzes zu denken und dadurch auf seine Weise damit umzugehen. Dabei erfährt man in mehreren Rückblenden von seiner schwierigen Kindheit im bitterarmen Sizilien der Fünfzigerjahre, dem Halt, den ihm sein Lehrer gibt und den er zu Hause so vermisst, dem Hunger und der Perspektivenlosigkeit. Mit 9 Jahren verschägt es ihn ob der Not daheim nach Mailand, dort muss er sich selbst durchbringen. Ninetto erzählt von seiner Asoleszenz, der Freude, endlich in der Fabrik eine geregelte Arbeit zu finden und den nachfolgenden schweren Jahren, die fast ausschließlich aus schwerer körperlicher Arbeit bestehen. Dadurch entgleitet ihm seine einzige Tochter, die er schmerzlich vermisst. Einzig der Gedanke an seine kleine Enkeltochter hält ihn im Gefängnis aufrecht und danach möchte er nichts lieber als sie endlich kennenzulernen.

Marco Balzanos Buch beruht auf den Lebensgeschichten von einem Dutzend Männern aus Sizilien, welche er zu diesem Roman verwoben hat. Das Buch gefällt durch die schöne Sprache und die gut lesbare Übersetzung, die Spannung mit der man das Leben Ninettos verfolgt und den kleinen neuen Einblick, der sich in die Geschichte Italiens gewinnen lässt.

( Für diese Rezension Vielen Dank an Ulrike Pailer! )

Diogenes Verlag
  304 Seiten

 

Villa Metaphora
 von Andrea De Carlo
  Roman

 "Villa Metaphora" von Andrea de Carlo ist ein 1.100 Seiten dicker, spannender Wälzer, von dem man nicht genug bekommen kann. In dieser äußerst bissigen Satire auf Reich und Schön und ihren überbordenden Luxus kommen alle Hauptpersonen kapitelweise abwechselnd zu Wort. Sie beschreiben die vielen überraschenden Wendungen aus unterschiedlicher Sicht, dabei ist der Wechsel von Innen- und Außenperspektive teilweise wirklich komisch und zeigt auch, wie unterschiedlich die Wahrnehmung der Menschen ist. Dass sich dabei auch der Stil der Sprache von Person zu Person subtil unterscheidet, ist ein weiterer Pluspunkt des Buchs und seiner gelungenen Übersetzung durch Maja Pflug. Der Plot ist scheinbar einfach: die Eröffnungswoche des Luxusressorts auf einer imaginären Insel südlich von Sizilien und die menschlichen und der Natur geschuldeten Verwicklungen, die sich dabei abspielen. Da gibt es den selbstverliebten Architekten und Entwickler des Ressorts samt seiner Assistentin, die von besagter Insel stammt und - natürlich - auch seine Geliebte ist, den überkandidelten Koch und seinen bodenständigen Assistenten, den Hausmeister, den Schreiner, die überdrehte amerikanische Schauspielerin und ihren Guru-Gatten, der mit allen, nur nicht mit ihr zurechtkommt, den deutschen Banker, der über seine Eskapaden stolpert; dazu kommen noch ein italienischer Politiker, ein paar Russen und die anderen illustren Gäste, die mit jedem eintretendem Unbill näher aneinander rücken müssen und immer mehr von ihrer Contenance verlieren. Die so plastisch geschilderten Figuren, die Dynamik und die Menschlichkeit dazwischen machen das Buch zu einem großartigen Lesevergnügen.

( Für diese Rezension Vielen Dank an Ulrike Pailer! )
Diogenes Verlag, Taschenbuch, 1088 Seiten

 

Diese Geschichten sind wirklich alle gut!

REBUS von Ian Rankin
Alle Inspector-Rebus-Stories
Kurzgeschichten

Inhaltsbeschreibung
Einen wie Rebus gibt es kein zweites Mal. Seit fast drei Jahrzehnten macht der ebenso geniale wie streitlustige Detective Inspector Edinburgh unsicher, nicht ohne dabei Freunden wie Vorgesetzen unendlich auf die Nerven zu gehen. Von seinen Feinden ganz zu schweigen. Die in diesem Band versammelten Geschichten, von denen zehn erstmals auf Deutsch erscheinen, beleuchten die Stationen seines Lebens, von seinem allerersten Fall bis hin zu seiner dramatischen (und zum Glück nur vorläufigen) Pensionierung. Einmal mehr beweist Ian Rankin hier, dass ein Krimiregal ohne den schottischen Kultkommissar theoretisch zwar möglich, aber sinnlos ist.

Goldmann Verlag
Kartoniert, Großformatiges Paperback. Klappenbroschur, 768 Seiten

 

Der Erlkönig empfiehlt...
Hier ist (tatatataaaa) der zweite Teil von Elena Ferrantes literatischem Denkmal für eine Frauenfreundschaft.

Wie viele andere haben auch wir auf den zweiten Band gewartet. Wir sind schon freudig gespannt, wie es mit Lila und Elena weiter geht?

Die Geschichte eines neuen Namens
Elena Ferrante
Neapolitanische Saga - Bd.2

Inhaltsbeschreibung
Lila und Elena sind sechzehn Jahre alt, und sie sind verzweifelt. Lila hat noch am Tage ihrer Hochzeit erfahren, dass ihr Mann sie hintergeht - er macht Geschäfte mit den allseits verhassten Solara-Brüdern, den lokalen Camorristi. Für Lila, arm geboren und durch die Ehe schlagartig zu Geld und Ansehen gekommen, brechen leidvolle Zeiten an. Elena hingegen verliebt sich Hals über Kopf in einen jungen Studenten, doch der scheint nur mit ihren Gefühlen zu spielen. Sie ist eine regelrechte Vorzeigeschülerin geworden, muss aber feststellen, dass das, was sie sich mühsam erarbeitet hat, in ihrer neapolitanischen Welt kaum etwas gilt.

Trotz all dieser Widrigkeiten beharren Lila und Elena immer weiter darauf, ihr Leben selbst zu bestimmen, auch wenn der Preis, den sie dafür zahlen müssen, bisweilen brutal ist. Woran die beiden jungen Frauen sich festhalten, ist ihre Freundschaft. Aber können sie einander wirklich vertrauen?

Elena Ferrante hat einen Weltbestseller geschrieben. Ein Gipfelwerk der zeitgenössischen Literatur. Und einen Roman, den man erschüttert und begeistert liest!

Suhrkamp Verlag (2017)
Gebunden, 624 Seiten

ISBN 978-3-518-42574-9

 

Der Erlkönig empfiehlt...
Murakami schreibt über sich selbst: Ein Portrait des Schriftstellers als nachdenklicher Zeitgenosse.

Von Beruf Schriftsteller
Haruki Murakami

Inhaltsbeschreibung

Haruki Murakami verkörpert den Typus des zurückgezogenen Schriftstellers wie wenige andere. Der japanische Bestsellerautor gilt als ausgesprochen scheu und betont immer wieder, wie ungern er über sich selbst spricht. Doch nun bricht Murakami das Schweigen.

Bescheiden und zugleich großzügig lässt er uns an seiner reichen Erfahrung als Schriftsteller teilhaben. Darüber hinaus teilt er mit den Lesern seine weitreichenden Lektüreeindrücke. Anhand von Kafka, Raymond Chandler, Dostojewski und Hemingway sowie anderen Vertretern der Weltliteratur reflektiert er über Literatur im Allgemeinen und definiert, was für ihn selbst Literatur und ihre Bedeutung ausmacht.

Aber man begegnet in diesen Texten auch, vielleicht zum ersten Mal, dem Menschen Murakami. Wer weiß schon von seiner großen Kennerschaft der klassischen Musik, seiner Leidenschaft für Jazz? Eine Leidenschaft, die ihn sogar zum Besitzer einer Jazzkneipe machte. So erlaubt uns dieses Buch einen einmaligen Blick in die Werkstatt und das Herz eines der größten und erfolgreichsten Schriftsteller unserer Zeit. Und liefert uns im Grunde das, was Murakami in seiner Bescheidenheit und Zurückhaltung nie schreiben würde: eine Autobiographie.

Über den Autor
Haruki Murakami, geboren 1949 in Kyoto, die Eltern sind Lehrer für japanische Literatur. Studium der Theaterwissenschaften und des Drehbuchschreibens in Tokyo, aufkeimendes Interesse an amerikanischer Literatur und Musik. 1974 Gründung des Jazzclubs 'Peter Cat', den er bis 1982 betreibt. 1978 erste erfolgreiche Buchveröffentlichung. In den 80er Jahren dauerhaft in Europa ansässig (u.a. in Frankreich, Italien und Griechenland), geht er 1991 in die USA, ehe er 1995 nach Japan zurückkehrt. 2006 erhielt Haruki Murakami den Franz-Kafka-Literaturpreis. 2009 wurde ihm der Jerusalem Prize für sein literarisches Werk verliehen und 2014 wurde Haruki Murakami mit dem "Welt"-Literaturpreis ausgezeichnet. 2015 wurde er für den Hans Christian Andersen Literaturpreis ausgewählt.

DuMont Buchverlag , 2. Aufl. (2016)
Gebunden, Mit Lesebändchen und Folienumschlag, 240 S.

ISBN 978-3-8321-9843-5

 

Der Erlkönig empfiehlt...
Neu, ganz anders als der erste Südtirol-Krimi um Commisario Grauner, aber genauso gut, mindestens! Wenn einer schon auf Seite 20 den Mord gesteht, dann weiß man zumindest, wer es nicht war...

Die Stille der Lärchen
Lenz Koppelstätter
E
in Fall für Commissario Grauner. Ein Krimi aus Südtirol

Inhaltsbeschreibung
Südtiroler Charme und ein hochspannender Fall aus einem Tal, das einst berühmte Schriftsteller beherbergte

Am Rande eines 200-Seelen-Dorfes wird an einem Frühlingsmorgen die Leiche eines Mädchens entdeckt. Blutüberströmt liegt sie bei den Urlärchen von St. Gertraud, die jedes Kind in Südtirol kennt. Generationen lang haben die Bäume allem getrotzt, Wind, Wetter und den Menschen; unter ihren Wurzeln soll sich der Eingang zur Hölle befinden. In ihrem neuen Fall ermitteln Grauner und Saltapepe im Ultental, dessen Bewohner schweigsam, stolz und gottesfürchtig sind. Erstaunlich schnell ist ein Geständiger gefunden: Haller, ein zugezogener Architekt. Die Dorfgemeinschaft aber sagt: Haller deckt nur seinen Sohn Michl, der seltsam ist und niemandem geheuer. Und auch Grauner ahnt, dass alles komplizierter ist. Zumal unweit des Tatorts altertümlich anmutende Schriftstücke gefunden werden. Sie könnten aus den verschollenen Tagebüchern eines berühmten Gastes der Ultentaler Heilbäder stammen. Und sie berichten von einem kaltblütigen Mord, der vor über hundert Jahren geschah. Einem Mord, der das Dorf bis heute umtreibt.

Kiepenheuer & Witsch Taschenbuch, 320 Seiten, € 10,30
ISBN 978-3-462-04734-9

 

 

 

Der Erlkönig empfiehlt...
...einen besonders geheimen Geheimtipp: "Der grüne Blitz" der einzige Liebesroman von Jules Verne. 2013 neu übersetzt, mit zeitgenössischen Illustrationen, erschienen im Mare Verlag.

Der grüne Blitz
Jules Verne

Inhaltsbeschreibung
Die hübsche Helena wächst auf dem schottischen Landsitz ihrer "Zieheltern" Onkel Sam und Onkel Sib auf, die sich nicht nur eine Schnupftabakdose teilen, sondern auch stets die Sätze des jeweils anderen vollenden. Als Helena achtzehn wird, beschließen die beiden, sie mit dem hochseriösen Gelehrten Aristobulus Ursiclos zu verheiraten, der ihnen als Garant für das Glück ihrer Nichte erscheint. Doch diese fordert Bedenkzeit: Aus der Zeitung hat sie vom "grünen Blitz" erfahren, einem seltenen Naturphänomen, das nur an besonders klaren Tagen bei Sonnenuntergang am Meer beobachtet werden kann. Wer den grünen Blitz gesehen hat, wird sich, so besagt die Legende, in Gefühlsdingen nicht täuschen. Mit ihren Onkeln und deren Wunschkandidat im Schlepptau begibt sich Helena auf eine Reise entlang von Schottlands Westküste, auf der Suche nach dem grünen Blitz - und der großen Liebe.

Dank dieser Schmuckausgabe liegt Jules Vernes einziger Liebesroman, 1882 im Original erschienen und gut hundert Jahre später von Eric Rohmer als 'Das grüne Leuchten' fürs Kino adaptiert, endlich in einer modernen deutschen Übersetzung vor. Mit humorvollem Understatement und hinreißender Leichtigkeit entführt uns der Autor auf diese abenteuerliche Entdeckungsreise, die schließlich eine Entdeckungsreise des Herzens ist.
Nachwort: Hamilton-Paterson, James, Roman

Übersetzung: Hasting, Cornelia

mareverlag (2013)
Leinen, In Schuber. Lesebändchen, 284 S., m. zahlr. Kupferstichen aus d. Originalausgabe
ISBN 978-3-86648-180-0

 

Der Erlkönig empfiehlt...
...ein Buch, dass mit den Erwartungen der Leser spielt - am Ende ist vieles anders als man lange noch geglaubt hat.

Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod
Gerhard Jäger

Inhaltsbeschreibung
Ein sprachgewaltiger Roman über eine unerfüllte Liebe, einen ungeklärten Mord und eine spannende Spurensuche.

Im Herbst 1950 kommt der junge Wiener Historiker Max Schreiber in ein Tiroler Bergdorf, um einem alten Geheimnis auf den Grund zu gehen. Konfrontiert mit der archaischen Bergwelt und der misstrauischen Dorfgemeinschaft , fühlt er sich mehr und mehr isoliert. In seiner Einsamkeit verliert er sich in der Liebe zu einer jungen Frau, um die jedoch auch ein anderer wirbt. Als ein Bauer unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, ein Stall lichterloh brennt und der Winter mit ungeheurer Wucht und tödlichen Lawinen über das Dorf hereinbricht, spitzt sich die Situation dramatisch zu. Schreiber gerät unter Mordverdacht und verschwindet spurlos - nur seine Aufzeichnungen bleiben zurück.

Mehr als ein halbes Jahrhundert später will ein alter Mann endlich die Wahrheit wissen. Von seinen eigenen Schatten verfolgt, begibt er sich auf Spurensuche in die Vergangenheit.

Blessing (2016)
Gebunden, 400 Seiten
ISBN 978-3-89667-571-2

 

 
Der Erlkönig empfiehlt...

MOGADOR
Martin Mosebach

Martin Mosebach, seit jeher schon bekannt für feine, feinsinnige Prosa, erreicht eine neue Höhe seines Könnens: Das ist einfach sehr, sehr gut geschrieben!
Ein junger Banker, der sich in seinem Ehrgeiz doch auch hat korrumpieren lassen, ergreift die Flucht, flieht noch Marokko und in einen orientalischen Traum, eine undurchsichtige Schein- und Halbwelt, die sich bald zum Albtraum entwickelt. Es ist nicht einfach, alles hinter sich zu lassen, denn dabei besteht immer die Gefahr, am Ende sich selbst zu finden...

Rowohlt Verlag, Reinbek 2016
ISBN 978-3-498-04290-5

 

 


Der Erlkönig empfiehlt...

Ein Monat auf dem Land
Carr, J. L.

Inhaltsbeschreibung
Sommer 1920 im nordenglischen Oxgodby: Als auf dem Bahnhof ein Londoner aus dem Zug steigt, weiß gleich das ganze Dorf Bescheid: Er ist der Restaurator, der das mittelalterliche Wandgemälde in der örtlichen Kirche freilegen soll. Doch was steckt hinter der Fassade des stotternden und unter chronischen Gesichtszuckungen leidenden Mannes? Tom Birkin hat im Ersten Weltkrieg gekämpft, als traumatisierter Veteran wurde er von seiner Frau verlassen. Er hofft, in der Ruhe und Einfachheit Yorkshires zu gesunden. Und tatsächlich: Langsam gelingt es ihm, sich der Welt um sich herum zu öffnen, vielleicht sogar der Liebe ...
J.L.Carr erzählt von einem Mann, der überlebt, und von der Rettung, die in uns wie den anderen liegt. Dieser moderne Klassiker der englischen Literatur ist in seiner sprachlichen Leichtigkeit und Eleganz eine echte Wiederentdeckung.

DuMont Buchverlag , 6. Aufl. (2016)
Gebunden, 144 Seiten
ISBN 978-3-8321-9835-0